Neue US- Zollpläne: GDV sieht große Auswirkungen auf Wirtschaft und Versicherungsbranche
Versicherer sehen durch neue Zollpläne von US-Präsident Donald Trump erhebliche wirtschaftliche Folgen für Europa und insbesondere Deutschland.

Bei der Präsentation, in der die geplanten Zölle gegen einige Länder bekannt gegeben wurden, zeigte eine bedruckte Tafel die Höhe der Zölle für ausgewählte Länder.
Die neuen Zollpläne von US-Präsident Donald Trump könnten erhebliche wirtschaftliche Folgen für Europa und insbesondere Deutschland haben. Experten warnen vor mehreren zentralen Auswirkungen. Höhere Zölle würden europäische Waren in den USA verteuern, was insbesondere Deutschland als wichtigsten europäischen Exporteur in die USA treffen würde. „Das ist ein fundamentaler Angriff auf das offene, regelbasierte und multilaterale Welthandelssystem“, sagt Jörg Asmussen, GDV-Hauptgeschäftsführer. „Das ist eine echte Zäsur.“
Die angekündigten Maßnahmen sind laut Asmussen eine zusätzliche Herausforderung in einer aktuell ohnehin angespannten Lage. „Um den möglichen Folgen wie einem erhöhten Inflationsdruck und wirtschaftliche Stagnation etwas entgegenzusetzen, braucht es umso mehr schnelles Handeln in Deutschland und Europa. Das umfasst Maßnahmen wie weniger Bürokratie und eine Stärkung des europäischen Kapitalmarktes, um die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Wirtschaft zu stärken“, so Asmussen.
US-Präsident Trump selbst betonte, dass seine Zölle Einnahmen in Höhe von 6 Billionen Dollar generieren könnten. Dies würde sich auf die 134 Millionen Haushalte in den USA mit durchschnittlich 5.000 Dollar pro Jahr niederschlagen. „Dies ist eine enorme finanzielle Belastung für die US-Bürger, da Einfuhrzölle wie eine versteckte Verkaufssteuer wirken und insbesondere einkommensschwächere Haushalte stark treffen“, sagt Asmussen.
Eine mögliche Reaktion der US-Notenbank auf den Inflationsdruck könnte eine straffere Geldpolitik sein, die den Dollar aufwertet. „Eine Aufwertung des Dollars könnte europäische Produkte auf dem US-Markt zwar relativ günstiger machen, aber zugleich die Importpreise in Europa erhöhen und somit die Inflation in Europa wieder antreiben“, erklärt Asmussen. Zudem könnte die Verunsicherung durch die Zollpolitik Investitionen bremsen und die Finanzstabilität gefährden.
Auch die Versicherungswirtschaft wäre von den Zöllen betroffen. Ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum könnte das Beitragswachstum der Branche dämpfen. Makroökonomische Unsicherheit und Wachstumsschwäche drücken auf das Geschäft der Lebensversicherer. „Laut unseren Berechnungen könnte allein in der Lebensversicherung das Wachstum im Jahr 2025 um bis zu 1,7 Prozentpunkte niedriger ausfallen als ursprünglich prognostiziert“, sagt Asmussen.
Auch die Schaden- und Unfallversicherung könnte von einem Wachstumsrückgang betroffen sein, mit einem möglichen Wachstumsrückgang von bis zu 1,1 Prozentpunkten. Dieser Rückgang wäre vor allem auf Zweige wie Transport- und Luftfahrtversicherung sowie Kredit- und Kautionsversicherung zurückzuführen. Die wirtschaftliche Unsicherheit könnte somit insgesamt zu einem abgeschwächten Wachstum in der Versicherungsbranche führen.